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Kennzeichen
DK
Nr. 52: "Die Øresund-Region" |
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HEIDE SIMONIS
SCHLESWIG-HOLSTEIN UND DIE ØRESUND-REGION: BRÜCKEN BAUEN IN DIE ZUKUNFT
Am 1. Juli 2000 wächst der Ostseeraum ein gutes Stück zusammen: Die Øresund-Brücke
wird eröffnet und schließt Schweden direkt an Kontinental-Europa an. Erstmals in der
Geschichte werden dann Kopenhagen, die dänische Hauptstadt, und Malmö, zweitgrößte
Stadt Schwedens, fest verbunden sein. Über den Øresund und politische Grenzen hinweg
entsteht eine gemeinsame Wirtschafts-, Arbeits-, Bildungs- und Lebensregion für über
drei Millionen Menschen.
Brücken schlagen über geographische und politische Grenzen hinweg - diese Idee stand
auch Pate, als wir in Schleswig-Holstein 1987 die Idee einer Kooperation aller
Ostsee-Anrainer-Staaten entwickelten, damals noch unter der Überschrift Neue
Hanse". Mit dieser Idee haben wir bei vielen unserer Nachbarn im Norden und auch im
Osten offene Türen eingerannt. Innerhalb nur eines Jahrzehnts ist ein dichtes Netz an
Kooperationen und Partnerschaften vor allem zwischen Subregionen, lokalen
Gebietskörperschaften und Nicht-Regierungsorganisationen geknüpft worden.
Ostseekooperation gilt heute europaweit als Modell für die Entwicklung einer
grenzübergreifenden Großregion in Europa. Das Engagement der Ostsee-Kooperationspartner
hat zudem wesentlich dazu beigetragen, daß auch die Europäische Union sich ihrer
nördlichen Dimension" bewußt geworden ist.
Schleswig-Holstein ist stolz auf seinen Anteil an dieser Entwicklung und will diese
Entwicklung weiter voran bringen. Projektorientierte Partnerschaften im Ostseeraum,
praktische Beiträge zur Weiterentwicklung der Ostseeregion und die Ausrichtung unseres
Landes auf die Chancen der Ostseeregion sind auch weiterhin Eckpfeiler
schleswig-holsteinischer Politik.
Eines der Kernelemente ist die Zusammenarbeit mit Dänemark und Schweden im südlichen
Ostseeraum. Wenn wir unsere gemeinsamen Standortvorteile nutzen - unsere durchaus
ähnlichen Potenziale in den Bereichen Forschung, Hochschule, Tourismus, Wirtschaft oder
Medizintechnik gemeinsam ausschöpfen und die Verkehrsverbindungen, speziell zwischen
Puttgarden und Rødby, weiter ausbauen -, dann eröffnet die südliche Ostsee im Dreieck
Norddeutschland, Øresund-Region und Süd-Dänemark die Chance, zu einer der dynamischsten
Regionen im Ostseeraum und in ganz Europa zu werden.
Diese Entwicklung ist längst im Gang. Das zeigt die Brücke über den Øresund. Das zeigt
als kleines, aber weltweit sichtbares Beispiel die gemeinsame Internetpräsentation der
Wirtschaftsförderungsgesellschaften der schleswig-holsteinischen Hansestadt Lübeck und
der süddänischen Kommune Næstved in Dänisch, Deutsch und Englisch
(http://www.fehmarnbelt.org).
Eines der bedeutendsten Projekte aus schleswig-holsteinischer Sicht ist die Kooperation
von Schleswig-Holstein, Hamburg, dem Öresund-Komitee und den dänischen Amtskommunen
Storstrøm und Vestsjælland unter dem Namen STRING (South Western Baltic Sea
TransRegional Area - Inventing New Geography). Bis Ende 2001 wollen die fünf Partner mit
finanzieller Unterstützung aus der EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG II C ein
transnationales Entwicklungskonzept für die Region Südliche Ostsee erarbeiten.
Auf dieser Grundlage können zum Beispiel eine abgestimmte Verkehrsplanung, ein
gemeinsamer Hochschulverbund, abgestimmte Strategien im Umweltschutz und gemeinsame
Entwicklungs- und Marketingkonzepte für die ländlichen Räume entstehen. Eine Fahrt in
nur zweieinhalb Stunden von Hamburg nach Kopenhagen und Malmö auf modernen ICE-Strecken
kann schon bald möglich sein. Mit dem Aufbau eines Virtuellen Campus in der STRING-Region
haben wir bereits begonnen.
Brücken wie die über den Øresund verkürzen nicht nur Wege. Sie sind auch weithin
sichtbare Symbole für das Zusammenwachsen einer Region und für ein friedliches
Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Nationalität und mit unterschiedlichen
Sprachen.
Heide Simonis ist Ministerpräsidentin des
Bundeslandes Schleswig-Holstein.
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