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Kennzeichen
DK
Nr. 52: "Die Øresund-Region" |
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NIELS FRANCKE
DIE ØRESUND-BRÜCKE: EIN NEUER VERKEHRSKNOTENPUNKT
Am 1. Juli 2000 wird ein Jahrhunderte alter Traum wahr, wenn Dänemark und Schweden über
die Øresund-Brücke einander die Hand reichen werden. 16 Kilometer Auto- und Eisenbahn
werden den Øresund kreuzen, der bislang eine natürliche Barriere dargestellt hatte. Der
witterungsabhängige Fährverkehr wird durch eine moderne Verkehrsverbindung mit
ständigem Zugang - tagein, tagaus über das ganze Jahr hinweg - abgelöst.
Die Øresund-Brücke ist jedoch mehr als nur das - sie wird auch eine einmalige Stellung
als Verkehrsknotenpunkt in Nordeuropa einnehmen. Gemeinsam mit dem Flughafen Kastrup
stellt die Øresund-Brücke eine Schnittstelle zwischen Skandinavien, Europa und dem
Baltikum dar.
Die Øresund-Brücke wird das natürliche Bindeglied zwischen der Bevölkerung im
südlichen Schweden und im östlichen Dänemark sein - ein potentieller Binnenmarkt mit
rund 3,2 Millionen gut ausgebildeten und kaufkräftigen Einwohnern. Die Synergieeffekte,
die sich in Hinblick auf Ausbildung, Forschung, Industrie und Handel infolge der
verbesserten Infrastruktur einzustellen versprechen, werden der Øresund-Region eine
führende Position in Nordeuropa sichern. Weitere Investitionen in die Verbesserung der
regionalen Infrastruktur in Höhe von knapp 35 Mrd. DM werden diese Entwicklung
unterstützen.
Im Jahre 1991 unterschrieben die dänische und die schwedische Regierung den Vertrag über
den Bau einer festen Øresund-Querung. Wenn nun die Brücke am 1. Juli eröffnet wird,
dann markieren diese beiden Daten die Eckpunkte einer intensiven Planungs- und
Realisierungstätigkeit. In weniger als fünf Jahren - der Baubeginn lag im Herbst 1995 -
ist die Anlage fertiggestellt worden. Alle Zeitpläne wurden eingehalten und auch das
Baubudget ist nicht überschritten worden. Dies ist - gerade für ein Projekt dieser
Größenordnung - außergewöhnlich.
Wir konnten uns einer guten Zusammenarbeit mit unseren Bauunternehmen erfreuen. Eine
gründliche Planung und ein enger Kontakt zwischen den Bauunternehmen und den Bauherren
ist von großer Bedeutung", berichtet Sven Landelius, geschäftsführender Direktor
des Øresundsbro Konsortiums.
Wenn die Øresunds-Brücke in Betrieb gehen wird, werden sich die Kredite, mit denen der
Bau vorfinanziert worden ist, auf 5 Mrd. DM angehäuft haben. Folglich wird es rund 30
Jahren dauern, bis sich der Bau amortisiert hat. Dies wird teils durch Mautgebühren
geschehen, teils aber auch durch jährliche Abgaben der Eisenbahnbetreiber.
Wenn die Mautstelle auf Lernacken am 1. Juli um 23 Uhr erstmals ihre Schranken für den
Privatverkehr öffnet, wird dies mit einem Gebührensystem geschehen, daß jene Autofahrer
begünstigt, die regelmäßig von der Brücke Gebrauch machen. Auf diesem Wege will man
sicherstellen, daß die Gebühren nicht die regionale Entwicklung behindern.
Dauernutzer können preiswert einen elektronischen Transponder erwerben, der im Fonds des
Fahrzeuges angebracht wird. Bereits nach der zweiten Hin- und Rückfahrt fallen die
Gebühren deutlich, ein weiteres mal nach der zwölften Überfahrt. Nach einer
Nutzungszeit von sechs Monaten startet das Preismodell von vorne.
Einmalige Nutzer, wie zum Beispiel Touristen mit einem PKW von maximal sechs Meter Länge,
müssen hingegen für jede Überfahrt den Standardpreis in Höhe von 230 DKK - ca. 60 DM -
zahlen.
Nach eigenen Schätzungen des Betreibers wird es sich bei rund der Hälfte der Nutzern um
Regionalverkehr handeln. Mit der Öffnung der Brücke wird sich die Zahl der Pendler,
Einkaufsfahrten und Geschäftsreisenden zwischen Dänemark und Schweden deutlich erhöhen.
Im Jahre 1995 handelte es sich nur bei drei Prozent des Verkehrs über den Øresund um
Pendelverkehr. Nach dem 1. Juli wird dieser Wert voraussichtlich auf über 22% steigen.
Auch die Zahl der Einkaufsfahrten wird deutlich steigen. Insbesondere die liberalen
Ladenschlußregelungen in Schweden - viele preiswerte Kaufhäuser haben auch sonntags
geöffnet - dürften für eine gewisse Anziehungskraft sorgen.
Weitere Informationen über die Øresund-Brücke erhalten Sie unter www.oeresundsbron.com (sowie Schwedisch).
Vom 23. Juni bis zum 9. September wird im Felleshus der Nordischen Botschaften in Berlin
eine Ausstellung über die Øresund-Brücke und die Øresund-Region stattfinden. Der
Eintritt ist frei.
Felleshus der Nordischen Botschaften - Rauchstraße 1 - 10 787 Berlin - Mo-Fr 10-19 Uhr -
Sa/So 10-17 Uhr.
Niels Francke ist Informationschef bei Øresundsbron.
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