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Kennzeichen
DK
Nr. 52: "Die Øresund-Region" |
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ANNE-GRETHE FOSS
ØRESTADEN: EIN NEUER STATDTEIL FÜR KOPENHAGEN
Im neuen Europa spielt der Wettbewerb zwischen Regionen eine immer größere Rolle. Auch
die Øresund-Region hat sich in diesem Zusammenspiel zu behaupten. In den vergangenen
Jahren sind hierfür massive Investitionen getätigt worden. In der Stadt Kopenhagen ist
der Bau des neuen Stadtteils Ørestaden eine der zentralen Maßnahmen, mit denen man sich
auf Entwicklung und Wachstum in den kommenden Jahren vorbereitet.
Mit der Øresund-Querung wird in mehr als nur einem Sinn eine Brücke zwischen Dänemark
und Schweden geschlagen. Es entsteht ein Gateway" nach Skandinavien und in die
baltische Region. Die Øresund-Region wird mit einer Bevölkerung von rund 3 Millionen
Bewohnern das achtgrößte Ballungszentrum Europas sein. Außerdem attrahiert die Region
ein wesentliches Investitionsvolumen. Allein in den vergangenen Jahren wurden mehr als 15
Mrd. Kronen in die Verbesserung der Infrastruktur beiderseits des Sunds investiert.
Für Kopenhagen stellt die gegenwärtige Entwicklung eine einmalige Chance dar. Kopenhagen
ist natürlicher Mittelpunkt der neuen Boomregion. Mit einem ein- bis zweistündigen Flug
kann man vom Flughafen Kastrup nahezu alle Großstädte Europas erreichen.
Im Zuge des zu erwartenden Wachstums ist in Kopenhagen wird mit der Ørestad ein gänzlich
neuer Stadtteil entstehen, der neben Arbeitsplätzen und Wohnungen auch ein breites
Kulturangebot bereithalten wird. Die Ørestad ist in sechs einzelne Viertel unterteilt,
die insgesamt rund 3,1 Mio. m2 Wohnraum und Nutzfläche bieten sollen.
Ein Projekt wie die Ørestad kann nicht von einem Tag auf den anderen realisiert werden.
Deswegen rechnet man mit einem Realisierungszeitraum von 30-40 Jahren. Dies bedeutet
jedoch nicht, daß die Ørestad in dieser Zeit einer riesigen Baustelle gleichen wird. Der
Bauherr, die Ørestadsselskab, bemüht sich darum, die Bauaktivitäten so zu
konzentrieren, daß sich die ersten Teile der Ørestad so früh wie möglich als
vollendete städtebauliche Einheiten darstellen werden.
Das erste Gebiet, das seit Oktober 1999 erschlossen wird, ist das Universitätsviertel,
das sich im nördlichen Teil der Ørestad befindet. Hier entstehen 620.000 m2 Nutzfläche.
Das Viertel beheimatet unter anderem den Ausbau der Universität als auch eine Reihe
weiterer Lehranstalten. Ferner soll eine neue Hochschule für Datenverarbeitung und
Informatik entstehen. Gemeinsam mit einem IT-Forscherpark soll diese Schule den Rahmen
für zukünftige Forschung und Wissensentwicklung in der dänischen EDV-Branche bilden.
Danmarks Radio hat 112.000 m2 erworben, auf denen sämtliche Medienaktivitäten, die
bislang über die gesamte Stadt verstreut waren, konzentriert werden sollen. Ferner soll
ein neues, 90.000 m2 Nutzfläche umfassendes Reichsarchiv entstehen, mit dessen Entwurf
das deutsche Architektenbüro Behnisch und Behnisch beauftragt worden ist. Damit haben
sämtliche Flächen in diesem Viertel, die nicht für Wohnzwecke bestimmt sind, bereits
einen Nutzer gefunden. Der größte Teil wird voraussichtlich in den Jahren 2004/2005 in
Betrieb genommen werden können.
Die Ørestadsselskab konzentriert ihre gegenwärtigen Aktivitäten außerdem auf das
Viertel Ørestad City, wo 825.000 m2 Nutzfläche entstehen. Hier wird unter anderem das
Pharmaunternehmen Ferring International die bisherigen Niederlassungen aus Malmö,
Kopenhagen und Kiel unter einem Dach zur neuen Hauptniederlassung für internationale
Geschäftsaktivitäten sammeln. Am 24. März dieses Jahres wurde mit den Bauarbeiten
begonnen.
Ferner planen TK Development und Steen & Strøm A/S den Bau des Einkaufs- und
Freizeitcenters Field's. Mit einem Shoppingareal von 70.000 m2, einem Multiplex-Kino und
einem 18-geschossigen Hotel wird das Center das erste seiner Art in Skandinavien sein.
Der Verkauf von Baugrund in der übrigen Ørestad ist bereits in Gang gekommen. Insgesamt
haben 386.000 m2 Nutzfläche im Wert von rund 210 Mio. DM Abnehmer gefunden. Damit ist zum
gegenwärtigen Zeitpunkt doppelt so viel Nutzfläche veräußert worden wie in den
Prognosen veranschlagt. Die Ørestadselskab betrachtet dies als ein gutes Zeichen für die
Zukunft - sowohl der Ørestad als auch der Øresund-Region.
Anne-Grethe Foss ist geschäftsführende Direktorin
der Ørestadsselskab.
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