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Kennzeichen DK
Nr. 52: "Die Øresund-Region"
STINE NISSEN
KULTURBRO 2000: EINE KULTURELLE BRÜCKE


Der Øresund ist nicht das einzige, daß die Schweden und die Dänen voneinander trennt. Mentale, kulturelle und sprachliche Barrieren müssen überwunden werden, um eine vitale dänisch-schwedische Region wachsen zu lassen. In der Erkenntnis, da diese Entwicklung nicht allein auf politischen Visionen, Investitionen und unternehmerische Entscheidungen ruhen kann, wurde 1997 der Fond Kulturbro 2000 gegründet, dessen Aufgabe es ist, ein regelmäßiges Kulturereignis für die Region ins Leben zu rufen. Ein Kulturereignis, das dazu beitragen soll, daß Schweden und Dänen mehr als zuvor ihr Nachbarland auf der anderen Seite des Sundes besuchen. Aber auch ein Kulturereignis, das die Øresund-Region zu einem Bestandteil der Europakarte werden läßt, in dem sich das Vertrauen in das kulturelle Zusammenspiel in künstlerischen Manifestationen von internationalem Format Ausdruck findet.

Das Programm
Vom 15. September bis zum 15. Dezember wird die erste Kunst- und Kulturbiennale in der Øresund-Region veranstaltet: Die Kulturbro 2000 (Kulturbrücke 2000). Mit der Veröffentlichung des Programms verspricht die Biennale drei Monate, in denen mehr als 100 dänische und schwedische Kultureinrichtungen gemeinsam ein Kulturereignis mit mehr als 50 Projekten realisieren werden. Die Gäste und Bewohner der Region werden ein Feuerwerk an schwedischen und dänischen Kunstausstellungen, Designprojekten, Tanzvorstellung, Theateraufführungen und Konzerten von höchster Güte erleben.

Wir freuen uns sehr darauf, die schwedisch-dänischen Kooperationsprojekte präsentieren zu können, da wir sowohl bei den Beteiligten als auch den Veranstaltern Stolz auf und Freude über diese Projekte verspüren. Wir betonen auch gerne die intensive Zusammenarbeit zwischen den hervorragendsten Künstlern beider Länder. Im gleichen Maße, wie diese Projekte Sprengstoff und Energie enthalten sind sie zugleich auch symptomatisch für die übergeordnete Zielsetzung der Kulturbro 2000: in mehr als nur einem Sinne Grenzen zu überwinden.

Musik und Tanz
Auf der Musikbühne werden einig der faszinierendsten dänisch-schwedischen Kooperationsprojekte der Biennale präsentiert. Die Konzertreihe Stemmer i 1000 (Stimmen in 1000 Jahren), die in Zusammenarbeit zwischen dem Schwedischen Reichsorchester und dem Dänischen Kulturinstitut auf die Beine gestellt worden ist, besteht aus mehr als 70 Konzerten. Dieses gigantische Konzertprogramm vereint mehr als 1000 Musiker und Sänger. Von Jazz und Rock über Oper, Volksmusik bis hin zu Kirchenmusik ist jede Sparte vertreten. Solisten wie Emma Kirkby finden wir Seite an Seite mit einem A Cappella-Chor wie Ars Nova aus Dänemark. Ensembles wie das französische Musicatreize präsentieren sich neben The Moscow Art Trio und dem Kopenhagener Knabenchor. Diese gesungene Manifestation setzt sich wie ein Mosaik aus professionellen Sängern und Amateuren aus den verschiedensten Ländern zusammen. Gemeinsam erproben sie die Stimme als Instrument, betrachtet aus der kulturellen, historischen wie auch der zeitgenössischen Sicht.

Auch auf der Tanzbühne wird es grenzübergreifende Projekte geben. Unter anderem sind die Dansestationen in Malmö und die Dansescenen in Kopenhagen eine interessante Zusammenarbeit mit dem russischen Choreographen Sasha Pepelyaew eingegangen, um eine epochale Tanzvorstellung zu realisieren.

Bildende Kunst
Die Biennale wird eine Reihe herausragender Kunstausstellungen präsentieren, die sich mit den großen Namen des Modernismus auseinandersetzen werden. Francis Bacon, Andy Warhol, Yves Klein, Alexander Rodchenko, Kasimir Malevitsch, Jasper Johns und Robert Rauschenberg sind die zentralen Exponenten für dieses Vorhaben. Darüber hinaus bietet die Kulturbro 2000 aber auch einmalige Retrospektiven mit Egon Schiele, Carl Fredrik Hill, Eugéne Delacroix und der Multikünstlerin Laurie Anderson an.
Eines der gewagteren Projekte ist der von den Künstlern Michael Kvium und Christian Lemmertz arrangierte achtstündige Stummfilm „The Wake". Der Film stützt sich auf James Joyces „Finnegans Wake" und wird von Techno- und Ambient-Musik begleitet. Je nach Sichtweise kann der Film bzw. dessen Aufführung als Bildende Kunst oder als künstlerischer Techno-Rave verstanden werden. Doch eines ist sicher: „The Wake" wird eines der ganz großen Erlebnisse auf der Biennale sein.

Zuguterletzt wird es eine Reihe spannender Design- und Theaterprojekte geben.

Auf längere Sicht
Die Kulturbro 2000 symbolisiert auf beeindruckende Weise den Willen, eine bilaterale kulturelle Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Schweden in Gang zu setzen, die ihren Reiz dadurch erhält, daß eine Vielzahl an Kultureinrichtungen, Behörden und privaten Investoren beteiligt sind. Mit der Biennale soll die Region durch ein wiederkehrendes Kulturereignis bereichert werden, das auch Kunst- und Kulturinteressierte aus dem übrigen Europa anlocken wird. Der Rahmenplan für die Kulturbro 2002 soll bereits Ende des Jahres gesteckt werden, wenn man auf die Erfahrungen mit der ersten Kulturbro zurückgreifen kann.

Für die Zukunft soll die Kulturbro 2000 einen Startschuß für eine etablierte schwedisch-dänische Kulturarbeit darstellen, die mit der Zeit ihre eigene Form finden wird und die Region zu einer kulturtouristischen Attraktion wachsen läßt. Das diesjährige Programm betrachten wir als würdigen kulturellen Anlaß und als beeindruckenden Beweis für das gemeinsame kulturelle Interesse beiderseits des Sundes.


Das Gesamtprogramm kann über die Homepage www.kulturbro.com icondk.gif (68 Byte) icongb.gif (92 Byte) (sowie Schwedisch) abgerufen bzw. bei der Kennzeichen DK-Redaktion, Kgl. Dänische Botschaft Berlin, oder direkt beim Fond Kulturbro 2000 bestellt werden.

Auf der Homepage des Fonds finden Sie außerdem eine Reihe von Artikeln über die Øresund-Region aus historischer wie aus zeitgenössischer Perspektive.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an Projektleiterin Stine Nissen, Tel. +45-33 25 74 00 oder Email sni@woco.dk.

Stine Nissen ist Projektleiterin für Kulturbro 2000 bei Wonderful Copenhagen.


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