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Nr. 54: "Dänemark in Europa"
ZAHLEN ZUM REFERENDUM: SO HABEN DIE DÄNEN ABGESTIMMT

Alle Zeitungen und Meinungsforschungsinstitute haben bis zum Schluß mit einer äußerst knappen Entscheidung gerechnet. Doch bereits am frühen Abend des 28. Septembers zeichnete sich klar ab, daß die Abstimmung mit „Nein" ausfallen würde.

Am Ende der Auszählung stand fest, daß die dänische Bevölkerung die Einführung des Euros mit einer Mehrheit von 53,2% abgelehnt hatte. Die Wahlbeteiligung war mit 87,5% ausgesprochen hoch.
Noch am Abend der Abstimmung hat die Regierung und die Nationalbank ein gemeinsames Statement veröffentlicht, in dem versichert wird, daß an der europäischen Zusammenarbeit und der Politik des festen Wechselkurses festgehalten wird:

Mit dem Ausgang der Volksabstimmung ist der Entwurf zum Gesetz der dänischen Teilnahme an der gemeinsamen europäischen Währung entfallen. Dänemark hebt somit nicht den Vorbehalt bezüglich einer dänischen Teilnahme am Euro auf.
Dänemarks Mitgliedschaft in der EU wird in unveränderter Weise fortgesetzt.
Dänemark wird die bisherige Festkurspolitik im Rahmen des engen Bandes des EU-Währungsverbundes ERM II fortsetzen.

Die Regierung und die Nationalbank werden die Entwicklung auf den Finanzmärkten gründlich verfolgen. Die dänische Wirtschaft ist grundsätzlich gesund. Die Nationalbank und die Regierung wird in dem Umfang, der notwendig erscheint, die nötigen Maßnahmen ergreifen, um an der Festkurspolitik festzuhalten und sie weiterzuführen.
Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2001 basiert technisch auf einem dänischen Ja zur Teilnahme am Euro. Die Verhandlungen über den Staatshaushalt für 2001 werden in der kommenden Woche beginnen. In diesem Zusammenhang ist die Regierung darauf vorbereitet, eine restriktivere Finanzpolitik durchzusetzen, wenn dies in Hinblick auf die Festkurspolitik als nötig erachtet wird.

Wie schon bei früheren Abstimmungen weisen die regionalen Ergebnisse teilweise wesentliche Unterschiede auf. In den Wahlkreisen nördlich von Kopenhagen und in der Innenstadt haben bis zu 70,3% (Wahlkreis Hellerup) für den Euro gestimmt. Ja-Mehrheiten gab es auch im Wahlkreis Odense Süd (53,2%) und in verschiedenen jütländischen Wahlkreisen. Interessant erscheint der teilweise große Zuspruch in einigen Wahlkreisen in Århus (Süd 52,7%, Ost 55,8%), obwohl die zweitgrößte Stadt Dänemarks bei früheren Abstimmungen stets eine Hochburg der EG/EU-Gegner gewesen ist.

Erhebliche Mehrheiten gegen den Euro gab es in den westlichen und südlichen Stadtteilen Kopenhagens. Im Kopenhagener Wahlkreis Hvidovre stimmten gar 62,3% mit Nein. Weitere Nein-Hochburgen sind der Wahlkreis Frederikshavn in Nord-Dänemark (62,1%), Nykøbing/Sjælland (61,9%), Nakskov (62,8%) und Åkirkeby auf Bornholm (60,2%).


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