head_1.gif (168 bytes) head_2.gif (1742 bytes)
london.gif (388 bytes)
flag.gif (2923 bytes)
site_map.gif (317 Byte)help.gif (189 bytes)homepage.gif (364 bytes)
 


 

 

 

 

 


Aktuelles


Adressen &
Publikationen

Fakten über
Dänemark

Politik

Wirtschaft &
Verkehr

Arbeit, Bildung &
Soziales

Nahrungsmittel &
Landwirtschaft
 
Umwelt & Energie
 
Verteidigung
 
Konsulat
 
Über die Botschaft


Kennzeichen DK

STIG BjÖRKMAN IM GESPRÄCH MIT LONE SCHERFIG
DOGMA 95: DEN PERFEKTIONISMUS UNTERGRABEN

Eine neue deutsche Anthologie mit dem Titel „Dogma 95 – Zwischen Kontrolle und Chaos" wird demnächst auf dem Markt erscheinen. Die dänische Regisseuring Lone Scherfig, die mit Ihrem Film Italiensk for begyndere/Italian for Beginners an den 51. Internationalen Filmfestspielen in Berlin teilnimmt, berichtet in einem der zahlreichen Interviews des Buches von ihren Erfahrungen mit den Dogma-Filmen. In diesem Artiklen stellen wir Ihnen im Vorabdruck Ausschnitte des Interviews vor, das Stig Björkman mit Lone Scherig geführt hat.

- Ich wurde gefragt, ob ich einen DOGMA-Film machen wolle, und bat dann um eine kurze Bedenkzeit. Der Film war also von Anfang an als DOGMA-Film gedacht. (…) Der Film erzählt von einer Gruppe von Leuten, die einen Italienischkurs besuchen.

- Der Film ist eine Liebesgeschichte. Die Erzählung ist geradlinig und dennoch unbeschwert. Das muss sie, glaube ich, in einem DOGMA-Film auch sein. Ist die Erzählung nämlich zu kompliziert, hat sie es, meines Erachtens, schwer zu funktionieren. Das hat dann nichts mehr mit DOGMA zu tun.

- Die Dramaturgie für DOGMA scheint sich dennoch gut für Geschichten über Kollektive zu eignen. Weil DOGMA-Dramaturgie bedeutet, dass Dramaturgie im herkömmlichen Snne nicht vorkommen darf. An erster Stelle steht die Psychologie. Daraus entwickeln sich schnell Familiengeschichten oder Erzählungen, in denen es um Freundschaft und ähnliche Beziehungen geht.

- Meine Grundlage bildete ein nicht bis ins Letzte augearbeitetes Drehbuch. Aber es gab eine klare story-line. Ein Teil der Dialoge war schon geschrieben, aber eine ganze Menge haben die Schauspieler selbst verfaßt oder auf andere Art und Weise beigesteuert. Ich schrieb noch während der Dreharbeiten, und die Schlußszene drehten wir sogar ohne Drehbuch.

- In manchen Szenen arbeiteten wir zunächst ganz konventionell, aber danach improvisierten wir. Die Schauspieler jonglierten mit dem Text, und der Kameramann hatte beim Filmen völlige Freiheit. Der Kameramann, den ich hatte, Björn Johansen, ist sehr aufmerksam und hat die Fähigkeit zuzuhören. Das ist in solch einem Zusammenhang beinahe wichtiger als ein Kameramann, der sehen kann. Denn in einem DOGMA-Film gibt es ja unglaublich viele Dialoge.

- Die ersten drei DOGMA-Filme waren vom Charakter her expressiver. Mein Film ist eher still und reflektierend. Das erfordert auch ein stilleres Bild. Die Kamera muss sich den Personen so nähern, dass herausgefunden werden kann, wer sie sind und was sie denken. Das ist ein Grund, weshalb mein Film vom Stil her eher nachdenklich ist. Er konzentriert sich sehr auf die Nahaufnahmen.

- (…) was ich trotz allem an DOGMA am meisten schätze, ist, dass man sich auflehnt und den Perfektionismus in den Filmen untergräbt.

Das Interview führte Stig Björkman mit Lone Scherfig am 14. April 2000 in Kopenhagen. Das komplette Interview erscheint in der Anthologie „Dogma 95 – Zwischen Kontrolle und Chaos".


LITERATURHINWEIS:

kndk55pic5.jpg (17046 Byte)
DOGMA 95
Zwischen Kontrolle und Chaos
Alexander Verlag Berlin
Herausgegeben von Jana Hallberg und Alexander Wewerka

Redaktion Karin Meßlinger
ca. 460 Seiten, Broschur, ca. DM/SFr 39,90/ÖS 291,–
Originalausgabe, ISBN 3-89581-047-9

Was sind die Absichten und Hintergründe der unter der Bezeichnung DOGMA 95 zusammengefaßten Regeln?

Welche Konsequenzen die Dogma-Regeln auf die praktische Arbeit eines Regisseurs hat, erfährt man aus Lars von Triers Tagebuch, das er während der Dreharbeiten zu Idioterne/Idioten führte. Außerdem wird das Drehbuch zu Festen/Das Fest erstmals auf Deutsch veröffentlicht. Es kommen zu Wort: der Produzent Peter Aalbæk-Jensen, der Kameramann Anthony Dod Mantle, die Schauspieler Elodie Bouchez, Paprika Steen und Jens Albinus, der Drehbuchautor Mogens Rukov, der Dokumentarfilmer Jesper Jargil, der deutsche Regisseur Andreas Dresen, die Filmtheoretiker Peter Schepelern, Georg Seeßlen und Achim Forst und natürlich die Regisseure der bisher erschienenen sechs DOGMA-Filme: Jean-Marc Barr, Harmony Korine, Søren Kragh-Jacobsen, Kristian Levring, Lars von Trier und Thomas Vinterberg.

Im Anhang findet sich eine Auswahl weiterer Filmmanifeste u. a. von Dsiga Wertow, Alexandre Astruc, Cesare Zavattini, François Truffaut und Werner Herzog.


zurück zu Kennzeichen DK Nr. 55
zurück zu Adressen & Publikationen
zurück zu Aktuelles

© Königlich Dänische Botschaft, Berlin
head_6.gif (356 bytes)