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BIRGITTE JAHN
KUNSTHANDWERK: KEIN LIFESTYLE-PHÄNOMEN

Das dänische Kunsthandwerk ist facettenreich. Es spannt sich von der digitalen Jacke über die zarte Formgebung kleinerer Porzellanserien bis hin zum Gummizuber, der tägliche Tätigkeiten wie den Abwasch attraktiver und weniger langweilig macht.

Leider mangelt es dem Kunsthandwerk bislang an theoretisch kompetenten Schreibern, denen es gelänge, die Qualitäten und die Bedeutung des Kunsthandwerks für unsere Kultur einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln und zu verdeutlichen. Erfreulicherweise ist zu beobachten, daß es eine Reihe jüngerer Kunsthistoriker gibt, die diese Lücke womöglich schon bald ausfüllen werden. Und es ist in der Tat höchste Zeit dafür, denn das Kunsthandwerk spielt schon längst eine entscheidende Rolle als kulturelles Produkt unserer Tage - als etwas materielles und sinnliches, das im hohen Maß über seine Stofflichkeit und Substanz erlebt wird. Mit diesen Qualitäten stemmt sich das Kunsthandwerk gegen die ansonsten vorherrschenden, flüchtigen Werte unserer modernen Gesellschaft, die durch hochgezüchtete Technologie und schnelle Lösungen geprägt ist. Dies bedeutet natürlich nicht, daß das Kunsthandwerk darauf beschränkt werden sollte, als zeittypisches Lifestyle-Phänomen aufgefaßt zu werden.

Das Kunsthandwerk „denkt" und vermittelt sich im Feld zwischen Materialien, Formgebung und unserem Alltagsleben. Leider ist sich die Umwelt nicht immer dessen bewußt, was dänisches Kunsthandwerk für unser Leben bedeutet. Danish Crafts - ein eigenständiges Informationszentrum, das 1999 vom Kulturministerium ins Leben gerufen worden ist - hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wissen über das dänische Kunsthandwerk zu vertiefen und es im In- wie im Ausland bekannt zu machen.

Auf der internationalen Bühne präsentiert sich Danish Crafts unter anderem auf Messen mit ihrer jährlichen Kollektion. Hierbei zeigt sich, daß das dänische Kunsthandwerk und Design einen guten kulturhistorischen Ballast mit sich bringt, was vornehmlich den herausragenden Formgebern der vergangenen Jahrzehnte zu verdanken ist - namentlich den Möbeldesignern, die den Begriff „Dänisches Design" in den fünfziger Jahren groß gemacht haben. Der Begriff hat nach wie vor einen weltweit guten Klang. Das hat sich unter anderem auf den großen internationalen Messen in Frankfurt gezeigt, auf denen dänisches Kunsthandwerk und Design seit 1999 vor einem internationalen Forum präsentiert und an Design-Läden in den verschiedensten Großstädten vermittelt werden. Das dänische Kunsthandwerk hat ein großes Potential - es ist unter anderem Aufgabe von Danish Crafts, diese Potentiale freizulegen und international zu präsentieren.

Birgitte Jahn ist Leiterin des Informationszentrums für Dänisches Kunsthandwerk – Danish Crafts.


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© Königlich Dänische Botschaft, Berlin
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