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BIRTE SANDORFF
JUNGES DESIGN (1): ABSCHLUSS 2001 IN KOLDING
Dänemark hat sich binnen weniger Jahre von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft
gewandelt. Hierin liegt auch eine Herausforderung für die Designer-Ausbildung: Es gilt,
den Wandel nachzuvollziehen, um Designer auszubilden, die den neuen Anforderungen und
Erwartungen des Wissensgesellschaft gewachsen sind.
In den Designer-Werkstätten, in den Design-Abteilungen der Unternehmen sowie an den
Design-Schulen vollzieht sich in diesen Jahren eine Veränderung des Design-Begriffs: weg
vom Design als konkrete industrielle oder kunsthandwerkliche Produktgestaltung und hin zu
einem Design von Ideen, Konzepten und immateriellen Werten und Dienstleistungen, die auf
Wissen basieren. Digitale Medien und moderne, hochtechnologische Materialien schaffen auch
neue Herausforderungen und eröffnen neue Möglichkeiten. Der Designer muß sich zudem der
höheren Anforderungen an den Umweltschutz und einer ethischen Haltung zum
Ressourcenverbrauch bewußt sein.
Die Designschule in Kolding, die vom Ministerium für Kultur betrieben wird, hat sich zum
Ziel gesetzt, diese neuen Möglichkeiten, Herausforderungen und Tendenzen in die
Design-Ausbildung zu integrieren. Die Schule bietet fünfjährige Ausbildungen in den
Bereichen Industrial Design, Keramik und Glas, Textil, Mode und Visuelles Design
(hierunter Grafikdesign, Illustration und interaktive Medien) an. Zur Zeit besuchen rund
400 Studenten die Schule.
Jedes Frühjahr brodelt es an der Designschule. Die Abschlußprojekte stehen kurz vor dem
Abschluß, die Studenten müssen ihr kreatives Potential entfalten und ihr gesammeltes
Wissen und Können in das Projekt einfließen lassen.
Die Stärke der frisch ausgebildeten Designer liegt in ihrem kreativen Potential und ihrer
gründlichen Ausbildung. Sie beherrschen den Designprozeß und die Arbeitsmethoden ihres
Faches, und sie sind durch Projekte in Zusammenarbeit mit Unternehmen oder anderen
Studenten auf fachübergreifende Projekte trainiert.
In einer Reihe der Abschlußprojekte des Jahrgangs 2001 experimentieren die Studenten mit
neuen, avancierten Materialien und digitalen Möglichkeiten, suchen aber auch nach neuen
Ideen im Umgang mit traditionellen Materialien und Medien:
Thomas Zindorff Lagoni (Fachbereich Interaktive Medien) hat einen Raum zur interaktiven
Geschichtenerzählung für Blinde entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein Spiel, in dem
sich der Blinde praktisch physisch umherbewegt. Mittels Bewegungen werden die Lautbilder
der Geschichte und die Aufgaben, die gelöst werden müssen, ausgelöst. Ein Physical
computing-Konzept, deren Möglichkeiten weit über die Grenzen des hier vorgestellten
Projekts hinausreichen.
Anders Korsbæk (Fachbereich Interaktive Medien) hat eine interaktive
Geschäftsinstallation entwickelt, die über Sensoren ausgelöst wird, sobald eine Person
das Schaufenster passiert. Ein spannendes und den Betrachter einbeziehendes Projekt, das
für die Firma Diesel realisiert worden ist.
Lene Nordfeldt Iversen (Fachbereich Textil) hat mit den Ausdrucksmöglichkeiten des
Textils experimentiert. Mit Hilfe von Lichtleiterkabeln hat sie ein Stück Unica-Textil
gewoben - ein Medium für Kommunikation und Interaktion. Der Benutzer muß sich auf dem
Trimm-Fahrrad betätigen, um Strom an die Lichtleiterkabel zu liefern, die hierdurch ein
Bild im Textilstück erzeugen.
Louise Stubkjær Sørensen (Fachbereich Mode) hat in ihrer Kollektion Stereotype -
reflexmäßiges Verhalten" die traditionelle Bekleidung aus der Massenproduktion neu
interpretiert.
Christian Buur Bangsgaard (Fachbereich Keramik), der bereits eine Ausbildung als Gärtner
abgeschlossen hat, präsentiert neue, zeitgemäße Pflanzengefäße. Ein neues,
skulpturelles Produkt aus Ton, das auf verschiedenste Weisen kombiniert werden kann.
Jane Holmberg Andersen (Fachbereich Keramik) hat eine Reihe von Schalen zum Thema
Löffel" gestaltet. Unter Bewahrung von Schaft und Vertiefung hat sie Löffel
zu Schalen in gegenseitigen Dialog gebracht.
Mehr Informationen über die Abschlußarbeiten des Jahrgangs 2001 finden Sie im Internet
unter www.afgang2001.dk .
Birte Sandorff ist Rektorin der Designhochschule in
Kolding.
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