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BIRTE WEISS
THEMANUMMER "IT": DAS DIGITALE DÄNEMARK
Dänemark soll auch in Zukunft
zu den weltweit produktivsten, wissensintensivsten und
wettbewerbsfähigsten Nationen zählen. Und die Däninnen und Dänen
- und das betrifft alle - werden erleben, dass wir das hohe
Niveau an sozialer Sicherheit beibehalten und gerne ausbauen werden.
Wir müssen uns neuer Informationstechnologien bedienen, um das
soziale Niveau weiterzuentwickeln - sowohl individuell als auch in
der Gemeinschaft. Für die beste IT-Nation der Welt gilt nach wie
vor, dass wir eine Gesellschaft weiterentwickeln müssen, die auf
die Stärken und die Werte und Traditionen baut, die auch die
Grundlagen unserer Wohlfahrtsgesellschaft darstellen.
Wenn dies gelingt, wird Dänemark seinen Platz unter den führenden
IT-Nationen behaupten können. Dies ist eine anspruchsvolle, aber
auch eine realistische Zielsetzung.
IT ist bereits allgemein
akzeptiert
Für die Mehrheit der
Däninnen und Dänen ist es bereits heute eine
Selbstverständlichkeit, Zugang zu einem PC und zum Internet zu
haben. Untersuchungen zeigen, dass gut die Hälfte der dänischen
Familien zu Jahresbeginn über einen Internetzugang verfügten,
während es 1997 weniger als 10% gewesen sind. Drei von vier Dänen
haben entweder von zuhause oder von der Arbeit oder ihrer
Ausbildungsstätte aus Zugang zum Internet.
In allen internationalen Vergleichen liegt Dänemark an der Spitze,
wenn es um die Zugangsmöglichkeiten zu und die Anwendung von IT
durch die Bürgerinnen und Bürger geht. Die Zahlen zeigen, dass es
immer noch sozial oder altersbedingte Unterschiede gibt. Zum
Beispiel zeigt die Statistik, dass Arbeiter die neuen
IT-Möglichkeiten nicht im gleichen Umfang in Anspruch nehmen wie
Personen mit einer höheren Ausbildung. Die nächste Herausforderung
wird also darin bestehen, alle Däninnen und Dänen an der
Entwicklung zu beteiligen.
Die Schlussfolgerung ist, dass Dänemark dabei ist, die erste Phase
des Übergangs zu einer Netzwerkgesellschaft zu verlassen - eine
Phase, die unter anderem von Technologiefaszination und
Pilotprojekten geprägt ist. Die zweite Phase wird sich dem Inhalt
und der Verwendung von IT und dem Internet zuwenden.
Öffentliche Dienste können
die Entwicklung vorantreiben
Die Vielzahl an Diensten,
die jetzt bereits im Internet vertreten sind, wird dazu beitragen,
dass mehr und mehr Privathaushalte und Unternehmen das Internet
nutzen werden. Öffentliche Homepages werden aber auch ein neues,
verbessertes Dienstleistungsangebot, eine bessere Transparenz und
verbesserte Effektivität bedeuten. Je verbreiteter die Verwendung
von IT ist, umso mehr Verwaltungsfunktionen werden auch über neue,
freigesetzte Ressourcen verfügen, die in stärker
bürgerorientierten Dienstleistungsbereichen wie zum Beispiel der
Kranken- und Altenpflege eingesetzt werden können.
Der öffentliche Sektor ist eine treibende Kraft in der
Netzwerkgesellschaft und soll dies auch sein, zum Beispiel indem
Möglichkeiten für eine „elektronische Selbstbedienung“ für
Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen geschaffen werden. Oder
durch netzbasierte Ausbildungen und Informationsdienste, die sich an
Gruppen mit besonderem IT-Bedarf wenden, wie zum Beispiel Behinderte
oder ältere Menschen.
Um den Zugang zum öffentlichen Sektor im Internet so einfach wie
möglich zu gestalten, wird das öffentliche Portal www.danmark.dk
in Zusammenarbeit mit den Verwaltungsbezirken und Kommunen stetig
weiterentwickelt. Hier wird es unter anderem den Bürgerinnen und
Bürgern möglich sein, all ihre Behördengänge im Internet
abzuwickeln. Alle Formulare und Anträge werden im Netz vorhanden
sein und ein jeder Nutzer wird seinen persönlichen Zugang zum
öffentlichen Sektor nach eigenem Bedarf zusammenstellen können.
Es ist das Ziel, den Zugang zum öffentlichen Sektor einfacher zu
gestalten. Als Bürgerin oder Bürger oder aber als Unternehmen muss
man in der Lage sein können, mit den Behörden in Kontakt zu
kommen, wenn dieser Bedarf besteht. Und es muss so einfach wie
möglich sein, die richtige Information zu finden und die relevante
Hilfe oder Beratung zu erhalten.
Eine jüngst veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass die Däninnen
und Dänen sehr präzise Vorstellungen über die nötigen
Verbesserungen der öffentlichen Dienstleistungen haben. Auf der
anderen Seite ist die Bevölkerung generell zögerlich, wenn es
darum geht, IT im demokratischen Prozess, also zum Beispiel für die
Teilnahme an öffentlichen Debatten mit Politikern oder für die
Mitverfolgung öffentlicher Hearings im Internet, zu nutzen.
Deswegen besteht eine der Herausforderungen darin, den gleichen
Optimismus in Bezug auf die Verwendung von IT im demokratischen
Prozess zu nähren.
Worin müssen die Ziele
liegen?
Die Konsequenz daraus, dass
die Verwendung von IT und dem Internet im Mittelpunkt steht,
ist, dass wir die Entwicklungsziele für Dänemark als eine der
weltweit besten IT-Nationen diskutieren müssen. Es kann nicht
länger ein hinreichendes Ziel sein, „bloß“ die vorhandene
Hardware und die Zugänge zum Internet zu zählen.
Wir müssen - mit anderen Worten - herausfinden, welche
Erfolgskriterien Anwendung finden müssen, wenn wir uns mit anderen
Ländern vergleichen wollen. Wir müssen herausfinden, was es
bedeutet, die Weltbesten in der Anwendung von IT zu sein - und was
es ganz genau sein soll, in dem wir die Weltbesten sein wollen.
Diese Diskussion ist eine ganz zentrale für den sogenannten
IT-Kreis der Regierung, in dem ein Dutzend engagierter und kundiger
Menschen darüber nachdenken, welche Ziele für Dänemark relevant
sind. Alle sind willkommen, an dieser Debatte teilzunehmen. Jeder
kann seinen Beitrag über die Homepage des IT- und
Forschungsministeriums (www.fsk.dk)
zur Diskussion stellen. Die Beiträge aus der Debatte wird die
Regierung als Inspiration nutzen, wenn es darum geht, die Qualität
der dänischen Netzwerkgesellschaft zu definieren.
Birte Weiss ist Ministerin für
Forschung und Informationstechnologie.
Hinweis: Redaktionsschluss der vorliegenden Ausgabe war der 18.
November 2001. Alle eventuellen Änderungen, die sich infolge der
Parlamentswahlen vom 20. November 2001 ergeben, können daher keine
Berücksichtigung finden.
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