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Kennzeichen DK


IM GESPRÄCH MIT VIBEKE QUAADE
KULTURPROGRAMM ZUM ASEM4-TREFFEN: ASIEN IN KOPENHAGENS INNENSTADT


Neben den zahlreichen politischen Treffen und Veranstaltungen im Rahmen der dänischen EU-Ratspräsidentschaft wird es auch kulturelle Beiträge geben. Das wohl größte und interessanteste Beispiel ist das Festival Asian Comments, das in der Zeit vom 19. bis 21. September das europäisch-asiatische ASEM4-Treffen untermalen soll.

Kennzeichen DK sprach mit Vibeke Quaade, Pressesprechering des Zentrums für kulturelle Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern (CKU) in Kopenhagen:

Kennzeichen DK: Welche Zielsetzung steckt hinter der Idee, im Rahmen des ASEM4-Treffens ein Kulturprogramm zu veranstalten?

Vibeke Quaade: Das Ziel des Kulturprogramms ist es, die ASEM-Zusammenarbeit für die Bevölkerungsichtbar zu machen, indem verschiedene Aspekte der reichen und vielfältigen zeitgenössischen Kultur Asiens illustriert werden. Wir wollen auf diese Weise eine Grundstimmung der Offenheit und des Dialogs in Bezug auf die ASEM-Zusammenarbeit schaffen.

Das Programm soll illustrieren, dass ASEM nicht nur von Politik und Geld handelt, sondern von Menschen – das will heißen: von der Kultur – in einem dynamischen, in der Entwicklung befindlichen Kontinent. Das Programm soll ferner illustrieren, dass sich asiatische Kulturbegriffe von den europäischen Kulturbegriffen unterscheiden, zugleich aber viele gemeinsame Berührungspunkte haben. Und es soll außerdem gezeigt werden, dass der kulturelle Austausch zwischen Asien und Europa erneuert und bereichert.

Kennzeichen DK: Welches Bild von Asien soll transportiert werden – und an wen richtet es sich?

Vibeke Quaade: Es ist das Bild vom modernen, heutigen Asien, das vermittelt werden soll – ein Asien, dem es auch in der Gegenwart gelingt, Traditionen zu bewahren, ohne dass hieraus ein Widerspruch entstünde. Die Images, die kulturellen Ausdrücke, die wir in den 72 Stunden der Asian Comments erleben werden, stammen aus verschiedenen asiatischen Großstadtkulturen und werden in Kopenhagen umgesetzt.

Asian Comments kann mit einer Reihe prominenter Künstler aus den zehn asiatischen ASEM-Ländern aufwarten. Und dennoch wird das Programm nicht elitär sein oder sich nur an einen begrenzten Kreis wenden...

Kennzeichen DK: ... Und deswegen findet Asian Comments dort statt, wo die Kopenhagener und Touristen sind? In der Innenstadt und der Fußgängerzone?

Vibeke Quaade: Genau. Es ist von Anfang an unsere Absicht gewesen, dass sich das Programm an die Kopenhagener Bevölkerung und die Gäste in unserer Stadt wenden sollte. Deshalb fügt sich das Programm in das Stadtbild ein, auf den Plätzen und Märkten – ganz konkret auf dem Rathausplatz, dem Amager Torv und Højbro Plads. Also vielbesuchte, bekannte Orte in der Innenstadt und entlang des Strøget, der Fußgängerzone. Das hier ist also kein Programm, dass sich an die ASEM4-Delegierten richtet, obwohl die natürlich auch herzlich willkommen sind.

Kennzeichen DK: Können Sie einige Beispiele dafür geben, wie diese Asian Comments aussehen werden?

Vibeke Quaade: Auf dem gesamten Amager Torv werden zehn Fotokünstler in den Schaufenstern der Läden ausstellen. Sie werden somit gleichzeitig als Blickfang wie auch als integrierter Bestandteil der Schaufensterauslagen funktionieren.

In den Abendstunden werden Licht- und Bildprojektionen an den Mauern und Dachgiebeln den Betrachter in eine andere Wirklichkeit versetzen. Man wird sich fragen: Bin ich hier in Kopenhagen oder in einer asiatischen Stadt?

Performancekünstler werden auf Balkons und in den Passagen auftauchen, während sich asiatische Musik und Alltagstöne in das übliche Kopenhagener Geräuscheuniversum hereinmischen werden.

Kennzeichen DK: Wie wird es weitergehen? Wird es eine Fortsetzung der Asian Comments geben?

Vibeke Quaade: Asian Comments ist der Startschuss für eine größer angelegte dänische Zusammenarbeit mit Asien, deren Höhepunkt im Jahr 2003 mit dem landesweiten Kulturfestival Images of Asia erreicht werden soll.

Der Titel Asian Comments kann im buchstäblichen Sinne verstanden werden.

Der Ausgangspunkt ist gewesen, die an Asian Comments beteiligten asiatischen Künstler um ihre Kommentare zu bitten. Der Kommentar trägt eine Einladung zum Dialog in sich, aber schildert zugleich auch implizit die Position des Absenders. Die Künstler probieren ihre Aussagen an uns aus – auf diese Weise wird die Grundlage für den Dialog während des kommenden, landesweiten Festivals Images of Asia geschaffen.

Vibeke Quaade ist Pressesprecherin des Zentrums für kulturelle Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern (CKU), das mit der Planung und Durchführung von Asian Comments beauftragt ist. Das Gespräch führte Henry Werner.



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